AG - StrabMod
Arbeitsgruppe StrabMod

Mein erstes Strassenbahn Modulsystem




 
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Letzte Änderung: 08.11.2016:


 

Modulbau für Einsteiger:

Nur eine Straßenbahn 

Modulbau ist in aller Munde, und die einschlägigen Vereine sprießen aus dem Boden wie Maiglöckchen nach  einem warmen Frühjahrsregen. Wen wundert's, bietet doch diese Art der modellbahnerischen Betätigung gegenüber dem Einzelkämpferdasein einige gravierende Vorteile. Zum einen kann auch der Modellbahner mit beschränktem Raum betriebsfähige Anlagenteilstücke herstellen, die über genormte Übergänge verfügen und deshalb bei entsprechenden Anlässen zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden können. Darüber hinaus sind derartige Teilstücke mit relativ geringem zeitlichen und finanziellen Aufwand anzufertigen. Und schließlich dient die vereinsmäßige Organisation der Modellbauer auch noch der Kontaktpflege und dem Meinungsaustausch.

Warum aber "Strab-Mod", ein Straßenbahn-Modulsystem?

Eine Straßenbahnstrecke lässt sich auf relativ kleinen und ebenen Modulen noch leicht realisieren, wobei sogar einigermaßen maßstäblich gebaut werden kann. Zudem bietet sich das Straßenbahn-Thema für Modellbau-Einsteiger geradezu an: Die Normung ist simpel und der Aufbau kann mit handelsüblichen Teilen erfolgen. Ausgesprochene "Tramfreaks" werden hier natürlich die Nase rümpfen; bei vielen Modellbahnern wird hin gegen der Appetit wachsen, auch einmal "fremdzugehen" und sich nebenbei an einer Modulanlage zu beteiligen, ohne sich übermäßig zu engagieren.



Bild 1. An den beiden Enden der HO-Straßenbahnanlage befindet sich jeweils ein Kehrschleifen-Modul. Da hierauf jeden Fall eine Haltestelle liegt, kann der Fahrstrom problemlos urngepolt werden

Zunächst wollen wir uns aber vorstellen: Wir sind zwei Mitglieder des "Arbeitskreises Modellbahn"
im Freizeitheim Linden der Stadt Hannover, der seit nunmehr sechs Jahren existiert. Um es zu betonen: Wir sind also kein Verein, sondern nehmen als Gruppe von Gleichgesinnten, deren harter Kern aus mehr als 20 Personen besteht, ein kulturelles Angebot der Stadt Hannover wahr - eine bislang wohl einzigartige Organisationsform. Nachdem der Arbeitskreis in den Anfangsjahren eine aus Platzgründen nicht allzu große Modellbahnanlage gebaut hatte, wurde es dann ein wenig still, jedenfalls was die modellbahnerischen Aktivitäten betraf.

 
Bild 2. Bei der Normung wurde versucht, ein Baukastensystem zu entwickeln, das mit wenigen Modul auskommt.

Vor 13 Jahren brachte dann ein Mitglied unseres Arbeitskreises vier flache Holzkästen mit, die bislang als Unterbau einer Schmalspuranlage gedient hatten. Er stellte sie uns zur Verfügung,
um, wie er sagte, endlich etwas in Richtung Modulbau in Gang zu bringen. Bei dieser Gelegenheit schlug er auch gleich vor, es einmal
mit Straßenbahn-Modulen zu versuchen. Obwohl wir alle keine Straßenbahn-Spezialisten waren, gingen wir das Projekt an, schon allein um den etwas schlapp gewordenen Arbeitskreis wieder auf Trab zu bringen. Schon nach kurzer Zeit waren die Grundnormen festgelegt (hierzu später mehr), und da unsere alljährliche Ausstellung ins Haus stand, beschlossen wir, schon dort unsere ersten Anfänge vorzuführen.

 

Einfach-Normung, wenige Modultypen

Bevor man so richtig mit dem Bau loslegen konnte, galt es, sich thematisch festzulegen. Das Ganze sollte zunächst eine Straßenbahnlinie der Epoche III, also der fünfziger und sechziger Jahre, darstellen. Städtischer Betrieb und Überlandstrecken können miteinander abwechseln. Ausgehend von einem fiktiven Anschluss an die Bundesbahn gibt es auf diesen Strecken auch Übergabefahrten mit kurzen Güterzügen zu diversen Gleisanschlüssen. Auf den bislang fertiggestellten Modulen befinden sich etwa eine Brauerei, eine Kohlenhandlung und die beinahe schon obligate Kibri-Farbenfabrik mit eigenen Gleisanschlüssen, Für zusätzliche Spiel- und Betriebsvariationen ist also gesorgt, Wem dies immer noch nicht genügt: Denkbar wäre auch ein Sondermodul mit einem Anschlussbahnhof, das bahnseitig Modulübergänge nach FREMO, Nord-Modul o.ä. aufweisen könnte. Der Phantasie sind also keine Grenzen gesetzt.


Bild 3. Gleichfalls im Einsatz ist der LAG-Triebwagen, der hier einen Werksabschluss bedient.

Um die Straßenbahnmodule so freizügig
wie möglich gestalten zu können, haben
wir uns bei der Normung auf ein Bau- kastensystem festgelegt, das aus nur wenigen Modultypen besteht. Das Grundmodul ist 60 cm breit, die Länge ist beliebig. Um von einem schnurgeraden Streckenverlauf wegzukommen, wurden zwei Diagonaltypen konzipiert, die aber beide ebenfalls auf dem 60 cm breiten Grundkasten aufgebaut sind, Eckmodule werden benötigt, um "die Kurve zu kriegen". Sie können (müssen aber nicht!) quadratisch sein. Für Modellbahner mit wenig Platz wurde das 30 cm breite Streckenmodul entwickelt, auf dem natürlich außer Strecke nicht viel dargestellt werden kann, Es dient vor allem dazu, die Fahrstrecke ohne großen Aufwand zu verlängern und kann in Regalen untergebracht werden. Für einen optisch besseren Übergang von den normalen zu den schmalen Streckenmodulen sorgen die beiden "Verengungstypen", Sie sind allerdings Spezialmodule und können nicht mehr freizügig in die Anlage eingefügt werden.

 

Bild 4. Die Straßenbahn ist kaum vorbei, da werden die Wartungszeiten an da Oberleitung auch schon fortgesetzt. Ein gefährliches Unter- fangen! Hand oder elektrisch gestellt, sonst genügen Rückfallweichen.

Auch der elektrische Teil der Normung ist denkbar einfach. Es gibt jeweils für Fahr- und Lichtstrom eine durchgehende Hauptleitung. Darüber hinaus besitzt jedes Modul einen Fahranschluss, so dass es wahlweise über einen eigenen Fahrtrafo versorgt werden kann. Die Hauptleitung ist dann unterbrochen, das Gleis erhält Isolierschienenverbinder. Weichen werden, wo es nötig ist, per Hand oder elektrisch gestellt, sonst genügen Rückfallweichen.


Der Strab-Mod-Grundkasten

Um einen Modul-Grundkasten mit 60 cm Breite zu bauen, bedarf es weder professioneller handwerklicher Fähigkeiten noch ausgefallener Werkzeuge, Vorab sei darauf hingewiesen, dass alle Normungen nur die Modulübergänge betreffen. Dazwischen kann jeder machen was er will; die Länge der Module kann also individuellen Wünschen angepasst werden. Als Illustration diene die Skizze: Der Rahmen besteht aus 12 mm starkem Sperrholz mit einer Breite von 100 mm. Während die Abmessungen der beiden 'Längsträger - wie gesagt -variabel sind, haben die Seitenteile an den Übergängen eine Länge von 576 mm. Damit das Modul exakt rechtwinklig ausgerichtet werden kann, wird es an den unteren Enden mit vier Sperrholzdreiecken (Stärke 12 mm) versteift. Obendrauf kommt dann eine 10 mm starke Spanplatte, 60 cm breit und in der gewünschten Länge. Alle Teile werden miteinander verleimt und verschraubt - fertig! In die Übergangsteile sind vor der Montage noch die Öffnungen für die Schraubverbindungen und elektrischen Leitungen zu bohren (siehe Skizze).


Bild 5. Ein Grundkasten für das "Strab-Mod-System" kann mit einfachen Mitteln selbst gebaut werden.
Das Gleis wird anschließend direkt auf der Platte verlegt. Über die genaue Lage und die Abmessungen der Bohrlöcher im Obergangsteil gibt eine kleine Broschüre Auskunft, die bei den Straßenbahn-Modultreunden in Hannover erhältlich ist (siehe Haupttext).

Natürlich sind noch einige weitere Vorgaben zu erfüllen, um einen einheitlichen Modulübergang zu erhalten. Das Gleis (von Roco oder Fleischmann) kann jedoch - im Gegensatz zu anderen Modulbauweisen - direkt auf der Deckplatte der Modulbaukästen verlegt werden. Die Strecken- bzw. die Gleismitte verläuft in einem Abstand von 15 cm zur hinteren Anlagenkante. Zwischen der Strecke und dem Modulrand liegt eine Straße, die auch so breit sein kann, dass die Straßenbahngleise in das Straßenpflaster "eingelassen" werden müssen. An beiden Enden des Moduls soll eine Straße rechtwinklig zum hinteren Anlagenrand abknicken, wobei natürlich auf jedem Modul nur eine Straßenhälfte mit 2 bis 4 cm Breite darzustellen ist. Und noch eine letzte "Strab-Mod-Norm": Die Fahrleitungsmasten sollen in der Geraden einen Abstand von 24 cm haben, der letzte Mast muss dann 12 cm vor dem Modulende stehen.
  

Straßenbahnen und noch mehr!

Aus acht Teilstücken besteht einstweilen unsere Modulanlage -über Zuwachs würde man sich natürlich freuen. Beim Fototermin waren die meisten Module allerdings erst im Rohbau fertiggestellt oder befanden sich noch gänzlich in der Bauphase. Selbst von einer vollständigen Durchgestaltung der fertiggestellten Teilstücke konnte noch keine Rede sein. Immerhin kann man bereits kräftig Betrieb machen, einer der Vorteile der Modulbauweise. Neben verschiedenen Straßenbahnen von Liliput, Roco oder Gogtram verkehren eine Reihe lokbespannter Übergabezüge - zum Einsatz kommen etwa V 60, V 80, V 90, Köf, E 60 oder E 69. Von Langeweile also keine Spur!


Bild 6. Auch Kibris Farbenfabrik hat natürlich einen eigenen Gleisanschluß, der Rangierfahrten mit kurzen Güterzügen erforderlich macht. So kommen neben Straßenbahnen von Liliput oder Roco auch andere Triebfahrzeuge - etwa Köf, V60, E zum Einsatz. Bei entsprechender Planung sind der Phantasie also (fast) keine Grenzen gesetzt.
(Alle Fotos: Volker Meine)

Für Nachbauwillige hat man bei "Strab-Mod" noch einen Tipp auf Lager, wenn das Gleis direkt in der Straße verlaufen soll. Man nehme 3 mm bzw. 2 mm (beim Roco-Gleis) starkes Material. z.B. Styropor-Untertapete, und klebe es neben das Gleis auf die Grundplatte. Das gesamte umliegende Gelände wird somit auf das Niveau der Schienenoberkante angehoben. Auf dieser Unterlage kann direkt Preiser Straßenfolie befestigt werden, die praktischerweise exakt die Höhe der Schienenprofile aufweist. Zwischen den Schienen wird die Folie direkt auf das Schwellenband geklebt. Hierbei ist allerdings zur Innenkante des Schienenprofils ein Abstand von 2 mm einzuhalten, damit die Spurkränze der Fahrzeuge nicht behindert werden. Eine befriedigende Lösung, um auch Weichen in der Straße anzuordnen, wurde hingegen noch nicht gefunden: Zwischen Weichenzunge und Schiene klafft eine wahre Schlucht, die geeignet ist, alle Herpa- und Wiking-Autos "abstürzen" zu lassen. Also half nur ein Trick: Bereits vor der Weiche musste die Straße aus dem Gleisbereich herausgeführt werden, was immerhin eine abwechslungsreiche Straßenführung garantiert. (Hier lässt sich mittlerweile mit der Straßenbahnweiche von Hobby-Ecke Schuhmacher Abhilfe schaffen - s. Bahn&Modell 4/90,S.90).
Die StrabMod – Broschüre mit mehr Informationen, Bildern und Zeichnungen, für jedes Modul eine eigene Bauanleitung. Ein Herstellerverzeichnis ist auch vorhanden. 

Um die Anlage automatisch laufen zu lassen, gibt es bei Märklin eine Platine die man sich selber zusammen löten muss. Genauere Informationen gebe ich gerne per Mail unter volker.meine@htp-tel.de weiter. 

  Euer Volker Meine